Parfümierte Cremes – schöne Düfte mit Nebenwirkungen
- Redaktion

- 10. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 21. Aug.

Cremes mit feinen Duftnoten gelten als besonders angenehm in der Anwendung. Der Geruch von Rose, Vanille oder Zitrusfrüchten kann eine Pflegeroutine zu einem kleinen Wellness-Moment machen. Doch während viele Verbraucher:innen diese sensorische Erfahrung schätzen, gibt es auch Schattenseiten: Parfümierte Cremes bergen Risiken, die im Alltag oft unterschätzt werden.
Duftstoffe als Reizfaktor
Die meisten Düfte in Kosmetika stammen aus komplexen Mischungen ätherischer Öle oder synthetischer Duftstoffe. Diese können, auch in geringen Konzentrationen, die Haut reizen. Besonders häufig betroffen sind Menschen mit empfindlicher oder vorgeschädigter Haut. Hautärzt:innen berichten immer wieder von Kontaktallergien, die auf bestimmte Parfum-Inhaltsstoffe zurückzuführen sind.
Allergene in der INCI-Liste
Die EU schreibt vor, dass 26 Duftstoffe, die als potenziell allergieauslösend gelten, auf der Verpackung ausgewiesen werden müssen. Dazu gehören unter anderem Limonene, Linalool oder Geraniol. Schon kleinste Mengen können bei Allergiker:innen Rötungen, Juckreiz oder Ekzeme auslösen. Für die breite Bevölkerung bleibt das Risiko zwar überschaubar, doch gerade im Langzeitgebrauch ist Vorsicht geboten.
Wirkung auf die Hautbarriere
Neben allergischen Reaktionen gibt es Hinweise darauf, dass bestimmte Duftstoffe die Hautbarriere schwächen können. Durch den ständigen Kontakt verliert die Haut an Stabilität, was die Anfälligkeit für Reizungen, Trockenheit und Entzündungen erhöht. Auch die Kombination mit anderen Kosmetika, etwa Peelings oder Retinol-Produkten, kann diese Effekte verstärken.
Kosmetische und rechtliche Bewertung
In unabhängigen Tests schneiden parfümierte Cremes regelmäßig schlechter ab als unparfümierte Alternativen, wenn es um Hautverträglichkeit geht. Fachverbände raten insbesondere Menschen mit Neurodermitis, Rosazea oder anderen Hautproblemen von parfümierten Produkten ab. Gesetzlich sind Duftstoffe zwar streng reguliert, doch das bedeutet nicht automatisch, dass sie für jede Haut geeignet sind.
Fazit: Genuss mit Bedacht
Parfümierte Cremes können eine angenehme Ergänzung der Pflegeroutine sein, solange die Haut gesund und unempfindlich ist. Wer jedoch zu Allergien oder Irritationen neigt, sollte lieber auf parfümfreie Produkte setzen. Für Verbraucher:innen gilt daher: Inhaltsstoffe bewusst prüfen, auf Deklarationen achten – und im Zweifel Hautfreundlichkeit über Duftvorlieben stellen.